[zurück]

Das Haus ein Zeichen
Aus Anlass der Einhundertjahrfeier des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg wurde in 1999 das Atelier für Grundlagen beauftragt mit der Durchführung einer Architekturausstellung zum Thema des Theaterbaus in Deutschland vor einhundert Jahren. Parallel zu diesem Ereignis fand in der Hochschule für Bildende Künste Hamburg eine Vorlesungsreihe statt des Inhalts "Vom Kultplatz zum Schauspielhaus, die Entwicklung des Theaters als Bautyp". Der vorliegende Text wurde in gekürzter Form weitgehend diesen Vorträgen entnommen, wobei der Schwerpunkt auf dem Nachweis liegt, dass die Gestalt von Großbauten wie sie die Schauspielhäuser bis ins 19.Jh. darstellten maßgeblich von der Konstruktionstechnik der Dächer bestimmt war. Mit der Verbreitung von eisernen Fachwerkträgern für die Überdeckung großer Räume beginnt im Industriezeitalter u.a. auch für den Theaterbau ein grundsätzlicher Wandel. Ein Schauspielhaus zu errichten wird selbst für kleinere Städte erschwinglich. Das Theater als Bauwerk wird nach Katalog bestellt, es wird ein Serienprodukt. In diesem Zusammenhang nimmt das Architekturbüro Fellner und Helmer in Wien eine besondere Stellung ein. Die österreichischen Baumeister errichteten in einer Generation knapp fünfzig Theater in den deutschsprachigen Ländern und darüber hinaus zwischen Wiesbaden und Odessa.
Angebunden im zweiten Teil des Heftes befindet sich der Katalog der dreiteiligen Ausstellung mit Abbildungen aller Exponate;
1. Die Originalpläne der Architekten Fellner und Helmer mit zugehörigen Modellen; 2. Zeichnungen und Abbildungen von neun Theaterbauten im Vergleich; 3. Skulptur "Vier auf einem Quadrat".