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Das Heft Industrial Design 05 behandelt unter dem Thema "Fürstliche Bauwerke" vier Bauwerke, zwei aus der Zeit der Hochblüte der Renaissance und zwei aus der Moderne. Es sind diese beispielhafte Profanbauwerke, bzw. deren Entwürfe, die eine Grundlage liefern zum Verständnis ihrer Entstehung sowie der Zeit in der sie ersonnen wurden. Nicht zufällig stehen hierbei aufgrund der Auswahl der Beiträge zwei Autoren für jeweils zwei Zeitepochen.
Goerd Peschken, anerkannter Berliner Bauhistoriker mit besonderem Schwerpunkt für die Architektur des 19.Jh. geht in diesem Beitrag weit zurück in die Zeit der hohen Renaissance. Er vergleicht in meisterhaft anschaulicher Form zwei bedeutende Fassaden des frühen 16. Jh. miteinander, Michelangelos monumentale Front des Pal. Farnese in Rom und die allgemein wenig bekannte aber um so bedeutendere Strassenansicht des Pal. Rucelai Florenz aus der Hand Raffaels.
Gleichermaßen als Kontrastprogramm zu den vorgenannten Palästen stehen die Bauten der Moderne, die der Hamburger Architekt Lambert Rosenbusch in seinem Beitrag zitiert. Anhand der Ostfassade der Neuen Nationalgalerie des Mies van der Rohe und einem seiner eigenen Entwürfe, der Kunstakademie Hamburg wird versucht die Begriffsverwirrung der modernen Architektur zu ordnen. Funktionale Architektur heißt es landläufig, obwohl der ästhetische und der praktische Aspekt in den Gegenwartsbauten selten übereinstimmen. Mies Nationalgalerie belegt am deutlichsten, dass die klassischen Regeln des Vitruvius - firmitas, utilitas, venustas - angewandt auf moderne "funktionale Architektur" im recht verstandenen Sinne nach wie vor gelten.