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                                                                                                                        7/2002

 

Hochschule für Bildende Künste Hamburg:
Prof. Lambert Rosenbusch, Architekt BDB
Dipl.-Ing. Peter Wilkens, Architekt BDA
Pfr. Gert Sperling
Sopraintendenza per i Beni Ambientali e Architettonici:
Direttore del Pantheon
Prof. Dr. Gioanni Belardi, Architetto
Sopraintendenza Archeologica di Roma:
Prof. Dr. Giangiacomo Martines, Architetto
Università degli Studi di Roma “La Sapienza”:
Facoltà di Architettura
Dipartimento di Rappresentatione e Rilievo
Prof. Dr. Riccardo Migliari, Architetto

 Veranstalter [B]

Zweites wissenschaftliches Kolloquium

Das Pantheon als Symbol des Kosmos sowie die Rezeption in Nordeuropa
- sakrale Zentralbauten, Bibliotheksrotunden, Himmelsgloben-        
Rom, Pantheon,  in den Räumen der Accademia di San Luca
Donnerstag, 21.03.2002 [1] 

 0. Vorwort 

 1. Gert Sperling
   Frühe Mehrstimmigkeit - Das Pantheon ein Klangkörper

 2. Lambert Rosenbusch
   Das Pantheon ein Bild des Kosmos.
   Überlegungen zur Innenraumfotografie eines Zentralbaus
   Konzeption zur Phänomenologie des Raumes
   Erläuterung zur Reflektion

 3. Peter Wilkens
   Konzeption zur Phänomenologie des Raumes
   Erläuterung zur Reflektion

0. Vorwort
Lambert Rosenbusch
Am 23.09.2001 waren einige Vertreter aus verschiedenen europäischen Ländern zu einem ersten wissenschaftlichen Kolloquium in Rom zusammengetroffen. Sinn dieses Ereignisses war, Pantheoninteressierte, Fachleute und Laien unterschiedlicher Herkunft zusammenzuführen, zum gegenseitigen Kennenlernen, zum Austausch von Erfahrungen, und zur Hilfestellung bei ungeklärten Fragen. U.a. war der gemeinsame Besuch des bedeutenden Zentralbaus, der Vorhalle, der Rotunde und verschiedener Nebenräume ein wichtiger Punkt der Tagesordnung.
Beim ersten Kolloquium im vergangenen Herbst traf man sich im Innenraum des Pantheons. Ein halbes Jahr später, zu diesem Disput, im Frühjahr 2002 kamen die Interessenten in der Vorhalle zusammen. Man hielt sich zurückgezogen vom Publikum in der westlichen Seitennische auf.
Wie im Vorjahr waren alle Teilnehmer gut gerüstet, man hatte Fragen mitgebracht aber auch Antworten zu Themen, die bereits angesprochen waren.
Ein erster Abschnitt bestand in der Präsentation einiger großformatiger Bilder, von denen eines während des Aufstieges zur Kuppel im Herbst des vergangenen Jahres entstanden war.

Bildpräsentation in der Vorhalle [B]

Im Nachfolgenden werden drei Beiträge veröffentlicht, die unmittelbar auf das Treffen in Rom zurückzuführen sind und die einen Einblick vermitteln in drei z.T. experimentelle Beiträge zum Thema des Kolloquiums.

 

1. Gert Sperling [2]
Frühe Mehrstimmigkeit - Das Pantheon ein Klangkörper
Eine schlichte Voraussetzung, akustische Phänomene in der Rotunde des Pantheons differenziert wahrzunehmen, ist der geschlossene Raum und die Aktivierung einer einzigen Schallquelle. Am 21. März 2002 wurde den Autoren gestattet, von 19.30 Uhr nach Schließung der Tore bis 19.55 Uhr akustische Experimente durchzuführen und optische Erscheinungen der Lichtreflexion bei Mondschein zu beobachten [3]. Der Autor übernahm die Aufgabe eines einfachen aber wirkungsvollen akustischen Experiments: Er stellte sich über der durch die Messingöse im Fußboden bezeichneten Mitte der Rotunde auf, legte den Kopf in den Nacken, so dass die Schallwellen der Stimme auf die Kuppel gerichtet sind und ließ nacheinander die Töne eines harmonischen Dreiklanges mit seiner Stimme erklingen: c-e-g. Erstaunlich war bereits die im Raum vorherrschende Lautstärke, die nicht auf eine einzelne unausgebildete Stimme schließen ließ, sondern eher von einem voluminösen Opernsänger zu erwarten sei. Nachdem die Töne verklungen waren, wurde ein echoähnlicher Widerhall hörbar, aber in einer völlig neuen Klangdimension. Die drei Töne wurden auf die Zuhörer durch offensichtliche Reflexion der Kuppel zurückgeworfen, aber die Töne erschienen nicht mehr nacheinander, sondern als harmonischer Akkord übereinander gelegt, so als hätte jemand einen Dreiklang auf dem Klavier intoniert: m.a.W. sie waren nun gleichzeitig zu hören. Die Rotunde hatte aufgrund ihrer architektonischen Ordnung aus drei Einzeltönen einen polyphonen Akkord erzeugt. Sie fungiert dabei wie ein Musikinstrument, bei dem die Einzelsaiten je 1 Ton abgeben, aber bei gleichzeitigem Anschlag Akkorde hörbar werden. Der Unterschied ist jedoch gravierend: denn in der Rotunde erklingt der Akkord nach dem Erklingen der Einzeltöne und nicht gleichzeitig. Und das kann nur auf die zugleich bündelnde und reflektorische Wirkung der Kassetten im Halbkugelverbund zurückzuführen sein. Das Phänomen stützt die aus musiktheoretischer Perspektive geäußerte Behauptung, dass die Polyphonie der westlichen europäischen Kultur auf deren Architektur und ihre „harmonisierende“ Wirkung zurückzuführen ist. Sowohl die griechische Antike, als auch die arabische und fernöstliche Musik kennen keine Polyphonie.

Längsschnitt nach Ost mit Sonnenstand [B]

Die Vermutung legt sich nahe, dass dieser Effekt in seiner zielgerichteten Klarheit für die Hörer unten durch die Anordnung der Kassetten mit steilen und knappen Abstufungen nach oben und ihren schrägen Abflachungen im unteren Bereich zu erklären ist. Es bleibt aber einer differenzierten empirischen Untersuchung mit Tonband und Oszillograph vorbehalten, den Schallwellenverlauf im Pantheon zu präzisieren und die ursprüngliche Intention für diese akustische Wirkung in der Architektur der Rotunde und der Kuppel zu erklären.
Das Phänomen beweist aber, dass der musikalische Part des antiken „Quadriviums“ aus Arithmetik und Musik, Geometrie und Astronomie, nicht nur zahlenmäßig proportional in der architektonischen Ordnung nachgewiesen werden kann, sondern eben auch eine echte musikalische Wirkung zu erzeugen in der Lage ist: indem die Rotunde reale Polyphonie erzeugt.
Dabei darf nicht übersehen werden, dass der in die Rotunde fallende Sonnenstrahl in seiner Auf- und Abbewegung auf der Mittagslinie im Jahresverlauf ebenfalls zwar nicht hörbare, aber mathematisch nachweisbare harmonische Intervalle erzeugt. Fällt der Sonnenstrahl des Opaions mittags auf den Fußboden (Sommer), auf die Gesimse über der inneren Säulenreihe und der Attika (Herbst/Frühling) und die Kuppelkassetten (Winter), dann wirkt der Strahl wie der Steg eines Monochords, dessen Saiten durch die parallel angeordneten Gesimse repräsentiert werden.

Sonne Äquinox Vorhalle nach West [B]

Sie sind im Pantheon so angebracht, dass sie in ihren Abständen die Proportion der Quinte, der Quarte, des Ganztones und der Oktave ergeben. Dreht man über den Saiten des Monochords von einem Fixpunkt außerhalb einen Steg über die Saiten, so werden Töne mit ihrer Verkürzung zwar immer höher, aber der Intervall zwischen den Saiten bleibt gleich (sog. antikes „Helikon“), es ist immer derselbe Akkord zu hören – vergleichbar einer Gitarre, bei der man einen bestimmten Akkord auf dem jeweils nächsten Bund anschlägt. Er wird immer höher aber bleibt derselbe Intervall. Dasselbe Phänomen erzeugt der Lichtstrahl, wenn er über die Gesimse streicht. Deren gedanklich nach Norden verlängerte Linien werden immer im selben Intervall geschnitten, egal, ob der Sonnenstrahl steil einfällt (Sommer) oder flach (Winter). [4]

Biblioteca Alexandrina nach Ost [B] 

Aufschlussreich für eine wissenschaftliche Nutzung des Pantheons in der Spätantike ist das im Papyr. Ox. zitierte Votum des Julius Africanus, der als Christ im Auftrag des Kaisers Severus Alexander, also etwa um 230-40 n. Chr. in das Pantheon eine Bibliothek einbauen und einrichten ließ. Er verweist auf eine von ihm selbst verfasste Rezension der Odyssee, die man unter anderem nun auch „bis zum 13. Vers in Rom bei den Alexander-Thermen in der schönen Pantheonbibliothek, die ich selbst für den Kaiser (als sein bestallter Architekt) aufführen ließ“, finden kann [5]. Da Julius Africanus lange Zeit in Alexandria studierte und philosophische Schriften über Naturwissenschaften verfasst hatte, legt es sich nahe, dass es sich um eine Bibliothek alexandrinischen Stiles gehandelt haben muss. Dazu passt, dass im Pantheon der Kult der Fratres Arvales praktiziert wurde, deren Aufgabe u.a. in der Berechnung der richtigen Zeit für Aussaat und Ernte bestand, die dann - wie noch heute - im religiösen Festkalender verankert wurden. Das bedeutet, dass auch astronomische Fragestellungen berührt waren. Die merkwürdig auffällige Tatsache, dass die Fluchtlinie des Kuppelrandes durch die Mitte des Opaions den Winkel des Breitengrads von Rom wiedergibt (41,8°), und die dort angelegten Winkel der damaligen Ekliptik (23°41‘) in ihren Fluchten alle signifikanten architektonischen Elemente von Pronaos und Rotunde innen wie auch außen unmittelbar aufnehmen und betonen [6], ließ die Vermutung aufkommen, dass in dieser im Südtrakt angelegten Bibliothek auch ein Raum zur Himmelsbeobachtung sinnvoll gewesen wäre. Dazu benötigt man allerdings einen Durchstich am südlichen Rand durch die Kuppel, um den zirkumpolaren Himmel im Opaion anvisieren zu können. Die Überprüfung an Ort und Stelle am selben Tag ergab einen deutlich später zugemauerten rechteckigen Spalt von ca. 40 cm Breite und knapp 3 m Höhe, der genau an der Südposition der Kuppel plaziert war und nicht mit den vermauerten und gefüllten Spalten der beim Guss aufgetretenen Ringzugspannungen zu verwechseln ist.

Sie sind formal unregelmäßig und schmaler und in situ dokumentiert durch die Aufmasse von Terenzio in den dreißiger Jahren und durch eine bestätigende Computersimulation in den 90er Jahren (Mark). Bei diesem Spalt kann es sich tatsächlich um einen Beobachtungshohlraum in der Kuppelwand handeln, der es ermöglicht hätte, mit damals zur Vermessung gebrauchten Dioptern, Sternfixierungen auf montierten Glasplatten vornehmen zu lassen und bzw. die Wanderung des Frühlingspunktes auf der Ekliptik genauer zu bestimmen (Präzession). Die Präzession führt ja auch zum Auf- und Untergang der Tierkreiszeichen im sog. „Platonischen Jahr“ (knapp 26.000 Jahre). Eine Überprüfung dieser Hypothese bleibt der Genehmigung vorbehalten, diesen Spalt für eine Fotosonde zu durchbohren oder gänzlich zu öffnen. Es ist aber ebenso auffällig, dass die Kassetten innen (also auf der Gegenseite) deutlich unregelmäßiger und im Materialbefund inhomogener erscheinen als die anderen, was auf eine spätere Schließung der Öffnung hinweisen könnte.

 

2. Lambert Rosenbusch
Das Pantheon ein Bild des Kosmos.
Überlegungen zur Innenraumfotografie eines Zentralbaus von der Proportion der einbeschriebenen Kugel.
Zu diesem Thema erfolgte der hier verkürzt wiedergegebene Bericht über den Wandel der Fotografie der Gegenwart in Verbindung mit EDV – Bildbearbeitungsprogrammen. Diese sind, wie man anhand etlicher  Studien zu Veduten insbesondere des 17./18. Jh. belegen kann, keine Erfindung der modernen Zeit. Zeichner und Maler, insbesondere die venezianischen Künstlerfamilien Piranesi und Canaletto kannten diverse Regeln mit denen man den ersten Riss, entstanden mithilfe der Camera Obscura, so verändern bzw. „verfälschen“ konnte, dass die Rezeption des späteren daraus entstandenen Stiches bzw. Ölbildes dem Auge des Betrachters vertraut, d.h. richtig erschien.
Die Chemie, oder besser die Franzosen Niepce, später Daguerre und der Engländer Talbot mithilfe der Chemie, haben das Ergebnis der Camera Obscura ohne den Zwischenschritt der Übertragung von der Glasplatte auf das Zeichenpapier, die Kupferplatte oder Leinwand unmittelbar auf dem Bildträger festgehalten. Man hatte den Fotoapparat das „Zeichengerät für jedermann“ erfunden.
Die bildende Kunst wurde durch diesen Prozess mehrfach erschüttert. Zuerst, weil man sich diesem „Automatismus“ ausgeliefert sah und vermeintlich nichts gegen die „neue Konkurrenz“ zu setzen hatte. Dann, weil man mit neuen künstlerischen Mitteln gegen sie anzukommen trachtete. Schließlich, weil man sich zu einer „Noli me tangere“- Position bekannte, oder auch deren Gegenteil im sogenannten Fotorealismus.
Egal, das Foto wurde seit dem 19.Jh. beweisfähig, die Kunst meistenteils zum recht beliebigen Kunstgewerbe.

Beobachtungen anhand vieler historischer Darstellungen, aber insbesondere der technischen Seite der Fotografie von heute erzeugten den Verdacht, dass letztere in der Form einer linearen Perspektive im geometrischen Sinne zwar als richtig zu bezeichnen ist, dass aber deren Ergebnis für die Rezeption durch das menschliche Auge in sehr vielen Fällen als unzureichend oder gar falsch empfunden wird.
Ohne auf weitere Details einzugehen, gilt eine Bilduntersuchung für den Architekten vornehmlich den Zeichnungen und Fotografien, die sich mit städtebaulichen und räumlichen Themen befassen. Diesen Darstellungen ist gemein, dass sie einen sehr großen Ausschnitt des Objektes wiedergeben sollen, im Idealfall das Gesamte im Überblick.
Erwähnt werden an dieser Stelle die Veduten der schweizerischen Künstler aus der Familie Merian. Diese führten dem Laien Stadtansichten vor Augen, welche großartige Wiedergaben der gesamten urbanen Anlage sind, zugleich aber auch als Orientierungshilfe im Stadtgefüge dienen können. Aufgrund ihres hohen Wiedererkennungswerts und großer Genauigkeit in der Darstellung sind sie inzwischen zu unentbehrlichen Zeitdokumenten geworden. Im Fach nennt man derartige Veduten, Weitwinkelaufnahmen, da sie einen großen Sektor unserer max. 360° umfassenden Sehkugel wiedergeben.
Mit fotografischen Geräten kann man verzeichnungsfrei heute bis zu 110° erfassen. Verzerrte Aufnahmen können bis zu 180° [7] und in bestimmten Spezialfällen sogar 360° [8] betragen.
Da das menschliche Auge bis zu 180° mithilfe einer Kopfdrehung sogar bis zu 360° wahrnehmen kann [9], und weil die Umwelt um den Betrachter herum gewissermaßen auf einer Kugel dargestellt wird, ist es verständlich, dass der Mensch, selbst mit der besten Bildtechnik, kaum in der Lage ist, seine Umgebung umfassend in einer Grafik wiederzugeben. Schwierig ist dieses Vorhaben, weil der Rezipient das Abbild eines Raumes (dreidimensional) als Zeichnung auf einer Ebene als Bild (zweidimensional) wünscht.
Das vorliegende Problem ist weniger ein physikalisch technisches, das durch die Grenzen der optischen Geräte bestimmt wird, sondern es ist mehr ein theoretisches, das den Grundfragen der Geometrie zugeordnet werden muss. Denn hier handelt es sich um die ungelöste, abstrakte Frage, wie man die gekrümmte Oberfläche der Sehkugel möglichst richtig auf einem ebenen Plan wiedergeben kann.
Man bemerkt, dass sich hinter dieser Formulierung ein Bezug verbirgt, der eng verwandt ist mit anderen Wissenschaftszweigen, insbesondere mit dem Thema der Kartographie. Der bedeutende Wissenschaftler J. H. Lambert [10] erhebt zu den Problemen der Kugelprojektion für Landkarten fünf Forderungen auf Beibehaltung von:
1. Gestalt, 2. Größe, 3. Entfernung, 4. gerader Linien 5. Standortkoordinaten.
Auf die Unmöglichkeit zur Erfüllung aller seiner Forderungen gleichzeitig verweist er im weiteren Text [11] und rät zu dem Kompromiss:
„Einige davon besonders vorsetzen, wenn es sich lohnt, derselben vorzüglich Genüge zu leisten“.
Hier nimmt in der Mitte des 18.Jh. Lambert Stellung zu den bis heute unterschiedlich gebräuchlichen ebenen Erdglobusprojektionen, je nach dem welcher besonderen Aufgabe diese dienen sollen. Die Darstellungsweisen, die uns zur Verfügung stehen, unterscheiden sich ihrer Fragestellung nach im wesentlichen in drei Gruppen, und zwar nach der Genauigkeit ihrer Aussage in Hinsicht auf: 1. Flächengröße, 2. Entfernungen, 3. Richtungen.
Dieser Hinweis auf das Gebiet der Kartographie mag zur Erklärung des nachfolgenden Schlusses genügen, dass nämlich auf einer ebenen Fläche die Wiedergabe einer Kugel, wie der Innenraum des Pantheons, im logisch abstrakten Sinne nur unter bestimmten Einschränkungen gelingen kann.
Man muss Prioritäten setzen, die sich auf das gewünschte Ziel der Darstellung richten.
Analog zur Kartographie verhält sich die Darstellung von Ausschnitten der Sehkugel auf der ebenen Fläche eines Bildes. Wie bei einer Landkarte sind bei kleinen Segmenten die Unterschiede zwischen Kugelfläche und ebener Darstellung marginal und geometrische Abweichungen kaum feststellbar [12]. Bei größeren Bildausschnitten jedoch lassen sich Kugelsegment und zugehörige ebene Fläche nicht mehr zur Deckung bringen.
Für die Architekturdarstellung bedeutet dieses, dass der Grafiker das „überproportional große“ [13], aber von der Fragestellung ähnliche Vergleichsobjekt, den Raum, das Hochhaus oder die Stadtansicht nur mithilfe deutlicher Bildverformungen richtig in Szene setzen kann. Drei Phänomene treten hierbei in unterschiedlicher Gewichtung auf:
Stürzende Linien, kurvenlineare Abbildungen, Randverzerrungen.
Seit Beginn des Fotografierens sind die Künstler bemüht, die vorstehenden Erscheinungen, die der Betrachter als unangenehm empfindet, so gut es eben möglich ist, zu vermeiden. Grund für die Irritation, die derartige Bilder beim Publikum auslösen, ist nicht in der Darstellung selbst zu finden sondern in der vorgeprägten Objektvorstellung des Rezipienten. Dessen Augen erzeugen zwar kurzzeitig ähnliche Perspektiven wie der technische Apparat, des Laien Vorstellung aber weigert sich, das fertige, endgültige Abbild eines z.B. „gekippten Hochhauses“ zu akzeptieren. Im Bewusstsein des Betrachters hat sich durch sein über Jahre geschultes Sehtraining ein solches Wissen über die Dingen und deren physikalische Gesetze vorgeprägt, dass diese „Vorurteile“ die Bildrezeption in vielerlei Hinsicht beeinflusst, um nicht zu sagen bedingt.
Zu diesen Erfahrungen zählt, wenn das Beispiel des „gekippten Hochhauses“ angeführt wird, dass eine solche Darstellung mit den sog. „stürzenden Linien“ als unrichtig empfunden wird, da im Bewusstsein des Betrachters ein Haus senkrecht auf der Erde steht und dessen begrenzende Außenwände daher selbstverständlich parallel zueinander verlaufen müssen. [14]
Wird gegen dieses „Vorurteil“ in der bildlichen Darstellung verstoßen, so empfindet der Mensch diese Wiedergabe der Realität, wenn nicht als vollkommen falsch, so doch mindestens als unzureichend gelöst.
Ähnlich verhält es sich bei kurvenlinearen Abbildungen. Diese entstehen, wenn der Fotograf sich eines sog. Fish-eye- Objektives bedient oder vergleichbarer Aufnahmeverfahren mithilfe verspiegelter Kugelsegmente oder mittels Hohlspiegel.[15] Die Kamera verfälscht hierbei kissenförmig alle geraden, linear begrenzten Objekte, wie z.B. kantige einfache Möbel. Auch diese Verzeichnung wird ähnlich der „stürzenden Linien“ vom Bewusstsein des Betrachters als unrichtig empfunden.
Im Zusammenhang mit dem Forschungsthema, „weitwinklige Perspektiven von Innenräumen und Stadtveduten“ bedarf das dritte vorstehend genannte Problem der Randverzerrungen besonderer Aufmerksamkeit, weil es kaum bekannt ist und für den weiteren Verlauf der Abhandlung von besonderer Bedeutung ist.
Eine Kugel, nach mathematisch exakter Methode auf der Ebene perspektivisch dargestellt, ist nur in einer Bildposition als Kreis zu sehen, und zwar dann, wenn ihr Zentrum mit dem sog. Augpunkt [16] zusammenfällt. Auf allen anderen Orten einer Zentralprojektion wird dieser Körper als Ellipse zu sehen sein, und zwar um so deutlicher, je weiter sich die Kugel am Bildrand befindet. Diesen Vorgang versteht man unter dem Begriff der Randverzerrung. Die elliptische Darstellung einer Kugel aber wird als falsch empfunden, weil der Mensch diesen Körper in seinem Bewusstsein, in seinem „Vorbild“ mit Kreis identifiziert, da er bei direkter, orthogonaler Betrachtung (auch beim Betasten) diese Erfahrung gemacht und so in seinem Bewusstsein gespeichert hat.
Man unterscheidet zwischen dem direkten, orthogonalen Sehen innerhalb eines Winkels von max. 9° und dem Randsehen von bis zu 180°. Der Mensch kombiniert beide Sehvorgänge, d.h. wenn er in der mathematisch exakten Perspektive, beim ersten Blick am Rande des Bildes eine Kugel wahrnimmt, so prüft das Auge anschließend diese Beobachtung durch direktes Betrachten und stellt aufgrund der Verlagerung der Sehachse fest, dass die vermeintliche Kugel in Wirklichkeit ein Ellipsoid ist. Die erste Nachricht „Kugel“ erweist sich als falsch, wird korrigiert und vom Rezipienten als Täuschung entlarvt.
Diese Irritation wurde bereits in Zeiten der Renaissance entdeckt und führte zu der Reaktion der Maler, dass sie sich bewusst an den Bildrändern von den exakt geometrischen Vorlagen [17] abwandten, indem sie Kugeln oder ähnliche Körper, auch Köpfe als Orthogonalprojektion in ihren Bildentwurf einbauten.
Im Gegensatz zur mathematisch exakten Zentralprojektion, der sog. statischen Perspektive, nennt man in der Kunst diese Bildmontage die dynamische Perspektive. Dynamisch deshalb, weil der Betrachter nicht nur mit einer starren Augenhaltung das Bild betrachten soll, sondern sich geradezu aufgefordert sieht [18], alle Einzelheiten der Darstellung zu prüfen, indem er seine Augen bewegt, das anfangs als Gesamtes Erfahrene von oben nach unten und von einer Seite zur anderen abfährt und dabei feststellt, dass man auch die Objekte an den Bildrändern ohne Irritation betrachten kann, d.h. sie als optisch richtig begreift.[19]
Dem bisher Gesagten ist zu entnehmen, dass weitwinklige Darstellungen ohne Stauchung der Randzonen nicht befriedigen können. Insofern wäre es ein Leichtes, einfache Regeln für die Bildkomposition anzugeben, um den jeweilig als angenehm empfundenen Stauchungsgrad für die äußeren Bereiche zu bestimmen [20]. Allerdings werden bei diesem Prozess an anderer Stelle Konflikte erzeugt, die das Ergebnis in Frage stellen können, da sich die Bildelemente insbesondere in der Verbindung von Architektur, stereometrischen und organischen Elementen bei Stauchungsvorgängen unterschiedlich verhalten.
So z. B. lässt sich eine Darstellung des Menschen, der mit einem Gewand in opulentem Faltenwurf bekleidet ist, in einem gewissen Rahmen unauffällig in einem Zuge verändern, wohingegen die progressive Stauchung perspektivischer Tiefenlinien in der Architektur z.B. in einem Fußbodenraster nur mit großem Aufwand in vielen Einzelschritten möglich ist, da sich bei den gebräuchlichen Methoden die geraden Perspektivlinien zu Kurven verformen, was schon bei geringsten Veränderungen unangenehm sichtbar wird.

Der Raum des Pantheon.
Am 21.03.2002 wurden in der Vorhalle des Pantheons zwei Aufnahmen präsentiert, die unter Berücksichtigung der vorgenannten Bedingungen hergestellt worden sind.
Das erstes Bild ist im mathematisch geometrischen Sinne eine sog. stereometrische Azimutalprojektion. Diese vertikal ausgerichtete Aufnahme entstand im Dezember 1987. Sie wurde EDV nachbearbeitet und mehrfach veröffentlicht.

Lambert Rosenbusch, Pantheon, Rundhorizont vertikal [B]

Da eine ausführliche Beschreibung dieser ersten Aufnahme bereits an anderer Stelle erfolgte [21], wird hier nur das zweite Foto näher erläutert . Dieses entstand während des ersten wissenschaftlichen Kolloquium zum Herbstäquinoktium 2001. Die sieben damaligen Teilnehmer des 1 .Treffens waren im Rahmen ihres Programms durch das nordöstliche Treppenhaus des Pantheons auf dessen Dach gestiegen. Bei diesem Gang nach oben entstand auf halber Höhe des Bauwerkes das Bildmaterial von ca. 60 Aufnahmen. Die  Fotografien erfolgten zum Innenraum der Rotunde aus einer schulterhohen Öffnung oberhalb des Kämpfergesimses. Aus diesem Fotosatz wurde in aufwendiger Kleinarbeit im Atelier mithilfe des P.C. das zweite, nämlich das horizontal angelegte Innenraumbild erstellt.

Lambert Rosenbusch, Pantheon, Aufrissbild nach Süd [B]

Diese Aufnahme unterscheidet sich sowohl von der Herstellungstechnik wie auch in der Durchführung von allen bisherigen Arbeitsverfahren. Einmal, weil es aus einer großen Anzahl von Einzelaufnahmen zusammenmontiert wurde und zum anderen, weil es bei diesem Prozess mithilfe einer großen Zahl von Stauchungsvorgängen zu einem Bild entsprechend der Regeln der dynamischen Perspektive gestaltet wurde.
Die besonderen Schwierigkeiten bei der Bearbeitung des Bildes sollen hier kurz hervorgehoben werden.
Jeder unauffällige Stauchungsprozess ist bei dieser Aufnahme des Pantheons deshalb so aufwendig, weil geometrisch beinahe undurchführbar, denn in ein und dem gleichen Bild finden sich übereinander drei Zonen, die auf Bildverformungen deutlich unterschiedlich reagieren und sich daher nicht konform verhalten:
1. Die eben Fläche; der rechtwinklig gerasterte Fußboden ist linear ausgerichtet auf zwei Fluchtpunkte. Er ist nicht gekrümmt [22].
2. Die Zylinderfläche; die Wandzone der 16- teiligen unteren Raumhälfte bis zum Kuppelansatz ist zylindrisch. Sie ist einseitig gekrümmt.
3. Die Kugelfläche; die Oberfläche der 28- teiligen Kuppel ist Teil einer Halbkugel. Sie ist zweiseitig gekrümmt.

Mit anderen Worten, gefordert ist die beinahe unlösbare Aufgabe der Randstauchung dreier unterschiedlicher Flächenzustände, eben, einseitig und zweiseitig gekrümmt in einem Bild.
Das Geheimnis der Lösung dieser Kombination dreier unterschiedlich räumlicher Elemente zueinander liegt an deren Nahtstellen. D.h. mithilfe einer perspektivischen Strichkonstruktion eines Versuchsprogramms wurden zwischen Boden und Kuppel Beziehungspunkte hergestellt, und schließlich wurde der Zylindermantel dazwischen in einzelne Abschnitte aufgeteilt und ergänzt.
Ausgangspunkt war die Montage der Kuppel, weil sich diese in einem speziellen Wölbungsprogramm anders als bei geraden Linien am wenigsten auffällig verformen lässt, da alle Architekturlinien mit Ausnahme des Kämpfergesimses gekrümmt sind und weitere Veränderungen in dieser Richtung wenig auffallen.
Der Typus der Kurven entspricht den allgemeinen Regeln der zentralperspektivischen Geometrie, alle Linien der Kuppel, die realiter Kreise sind, werden als Ellipsen abgebildet, da sich der Standort des Betrachters außerhalb befindet.
Anders verhalten sich die Architekturglieder des Zylinders unterhalb der Kuppel. Hier sind alle Vertikalen senkrecht und parallel zueinander angelegte Geraden, alle horizontalen Kurven aber sind Parabeln, da sich der Beobachter exakt auf dem Zylindermantel befindet.
Die Kreislinie im Hintergrund der Altarnischen, im Foto kaum noch erkennbar, entspricht einer Hyperbel, da sich der Betrachter hier innerhalb des zugehörigen Zylindermantels befindet.
Schwierigster Part in dem Stauchungsprozess bildete der gerasterte Steinfußboden, im Quadratschema von 11x11Feldern [23]. Aufgrund der leicht seitlich gegen die Nord- Südachse des Gebäudes versetzten Aufnahmeposition wird die geometrische Struktur in der Art einer Übereckperspektive auf zwei Fluchtpunkte bezogen, die sich links knapp neben dem Hauptaltar und rechts weit außerhalb des Bildes auf der Höhe des Horizontes befinden. Letzterer ist mit dem Kuppelgesims identisch und teilt die Darstellung auf halber Höhe in einen Halbkreis über einem Halbquadrat entsprechend dem Querschnitt des Gebäudes.
Aufgrund der seitlichen Stauchungen erreicht man einen sehr großen diagonalen Bildwinkel von etwa 150°.
Das bedeutet für die Darstellung: Mithilfe der Stauchung entsteht unmissverständlich die Aussage eines im Grundriss kreisförmigen Raumes und es wird der mögliche Eindruck vermieden, dass es sich hier z.B. nur um die Apsis eines ansonsten andersgearteten Gebäudes handeln könnte. Zur Veranschaulichung heißt das, von 16 Nischen- bzw. Altarzonen sind 11 sichtbar, davon zwei angeschnitten. Von 28 fünfteiligen Kassettenabschnitten in der Kuppel erkennt man 18, wobei zwei wiederum nur teilweise. Vom Fußboden erscheint deutlich mehr als die Hälfte. Das mittlere Rasterfeld mit der eingepassten runden Granitplatte und das darüber schwebende Opaion sind vollständig sichtbar.
Man kann es in anderen Worten so fassen, auf dieser fotografischen Wiedergabe des Pantheons sind ungefähr 3/5 der Oberfläche des Innenraumes dargestellt.

 

3.Peter Wilkens [24]
Konzeption zur Phänomenologie des Raumes
Erläuterung zur Reflektion
Die Leibniz-Rotunde zu Wolfenbüttel hat bis zu ihrem Abriss 1876 in dem bewundernden Urteil der Geisteswelt eine basilikale [25]  Weihe erfahren, die ihr mit dem Ehrentitel „Pantheon der Bücher“ antiken Glanz verleiht und infolgedessen sogar zum „8. Weltwunder“ avancierte [26]. Es lag deshalb nahe, das Urbild „Pantheon“ in Rom auf architektonische und ideelle Bezüge, auf Wirkung und Funktion zu untersuchen, um der offenkundig gelobten Wirkung des Abbildes in Wolfenbüttel auf die Spur zu kommen, zumal die ansonsten marginale Quellenlage darüber Aufschluss gibt, dass auch im römischen Pantheon eine Forschungsbibliothek alexandrinischen Zuschnitts existiert hat.
Die Pantheonforschung selbst hat in den letzten Jahren nach der neuen Vermessung von Pelletti Aufschwung erfahren, was nicht zuletzt darin begründet ist, dass nicht restlos geklärt ist, wie das Gebäude konzeptionell zu verstehen ist und welche Funktion es hatte [27]. Mit G. Martines, dem Leiter der Sopraintendenza di Archeologica  di Roma wurde das Pantheon mit seinen Nebenräumen und dem Kuppelansatz am Herbstäquinoktium 2001 und am Frühlingsäquinoktium 2002 besichtigt und dabei eröffneten sich neue Perspektiven und Einblicke.
Es konnten bisher hypothetisch geäußerte Vermutungen am Baubefund unmittelbar überprüft, oder der Ansatz für noch ungeklärte Fragen erörtert werden. Bereits de Fine Licht [28] erläutert in seinem Standardwerk die schwierige Forschungssituation, da die Rotunde als wichtige römische Kirche mit eigener Tradition im Festkalender, nur bedingt untersuchbar ist, stellt sich schon seit je her ein Komplex ungelöster Fragen, der bis heute an Umfang zunimmt, wie Friedrich Rakob [29] feststellt.
Der Proportionsvergleich zwischen dem römischen Pantheon und dem „Pantheon der Bücher“ in Wolfenbüttel zeigt eindeutige Wahlverwandtschaften des Formenkanons bei deutlicher Neuakzentuierung und Umformung: Kreis/Ellipse; Geschossgliederung; Globus auf dem Dach, wie die Bildmontage von L. Rosenbusch anschaulich zeigt.

Pantheon – Wolfenbüttel, Stilanalyse, Proportionsvergleich [B]

Aufgrund einer Zufallsentdeckung im Südtrakt des Pantheons, wo durch massive Stütz- und Schersporne stehende Räume durch mehrere Geschosse entstanden sind, die dann die Bibliothek aufnahmen, stießen die Teilnehmer auf mehrere assoziativ sich ergänzende Fakten.
In der massiven Rückwand der Kuppelschale befinden sich nicht nur die mit Messmarken versehenen Risse, die auf die Ringzugspannungen beim Guss zurückzuführen sind, sondern, wie G. Sperling vermutete, ein klar erkennbar rechteckig zugemauerter Kuppelspalt an ihrem exakten Südmeridian mit den Resten eines Treppenaufganges, dessen Stufen offenkundig später entfernt worden sind. Da sich von dieser Position aus der durch die Mitte des Opaions verlängerte Beobachtungswinkel genau auf den Himmelspol richtet, entsprechend dem Breitengrad Roms, macht es Sinn, sich zu fragen, ob bei der von Julius Africanus ca. 240 n. Chr. errichteten Bibliothek nicht auch ein Raum zur direkten Himmelsbeobachtung, ein einfaches Observatorium, eingeplant war. Dieses wäre ein weiterer Vergleichspunkt zum Themenkomplex des „Pantheons der Bücher“ in Wolfenbüttel.
Ausgehend vom Habitus und der intern- wissenschaftlichen Ausrichtung von Bibliotheken der Zeit generell, wird die Himmelsbeobachtung ein Kernstück auch dieser Bibliothek gewesen sein. So ist anzunehmen, dass die Wolfenbütteler „Italien-Fahrer“ von der Installation im Pantheon Kenntnis hatten, sei es durch Gespräche wie bei den vergangenen Kongressen oder durch Archiv-Einsicht, sodass sich das nordeuropäische Rezeptionsobjekt noch stärker an den antiken Rundbau angeschlossen hat, als die pure Funktions-Architektur allein schon vorgab. Der Nachbau des Pantheon- Gedankens im Bau einer Rotunde ist zunächst nicht außergewöhnlich, wie die historisch unzählbaren Kuppelnachbauten [30] beweisen. In Wolfenbüttel aber handelt es sich um die Nachschaffung des Vorbildes in einer neuen und eigenständigen Form, des Zylinder-Ovals, in dem zugleich die Rezeption der Klassik mit dem Kosmos einer Bibliothek verbunden wird: und zwar dergestalt, dass aus der Kombination von „Abbild des Kosmos“ und alexandrinischer Bibliothek im Pantheon eine symbolische Einheit wird. Das antike Pantheon trägt so auch den Titel „Pantheon der Bücher“, sodass Paul Raabe für Wolfenbüttel vom „8. Weltwunder“ spricht und F. Matthisson den Bücherkosmos als „Pantheon“ bezeichnet. Beide Sprachbilder bezeichnen sehr zutreffend den außerordentlichen Rang dieser Rezeption nördlich der Alpen. Aufgrund ihrer Raumform des eigenständigen Zylinders ist sie aus der ubiquitären Pantheon- Kuppelbau- Nachfolge herausgehoben. Die Aufnahme von Formen, Strukturen und Funktionen in einer neuen eigenständigen Symbiose ist eben nicht Verzicht auf das Vorbild, sondern geistige Fortentwicklung: Leibniz, der splendide Geist seiner geistreichen Zeit, und Korb, der bodenständige, aber „italia - verfeinerte“ Zimmermann- Architekt, haben - des Herzogs inständige Bitte nach Sparsamkeit vor Augen. „Das Bauwesen rutschet vortrefflich, feget aber den Beuthel“, so formulierte es sein Zeitgenosse  Friedrich Karl von Schönborn [31]– als ein zugkräftiges Gespann die ideellen und konzeptionellen Aussagen der Antike über die Alpen in die nordeuropäische Residenz getragen und quasi auf den Schultern der Alten die neue Gestalt gefunden, die ihrem humanistischen Bildungsideal adäquat war.

Der Detailvergleich zeigt die Wesensverwandtschaft: Das ursprüngliche Dekor der Attika in der Rotonda Romana, das 1747 klassizistisch verändert wurde und dessen Ansicht in einem südwestlich gelegenen Segment für den heutigen Besucher rekonstruiert wurde, weist ein geometrisches Marmorplatten- Ensemble in 7 Farben auf, dessen mathematische Raffinesse darin besteht, dass die Höhen und Breiten der Dekorplatten nicht direkt zueinander proportional sind, sondern ganze Zahlenverhältnisse erst entstehen, wenn man deren Diagonalen zugrunde legt [32]. Die architektonischen Gliederungselemente der unteren Ebene in Gestalt von Ädikulen und Pilastern wiederholt sich oben in verkleinerter Form und betont durch die Aufteilung in 32 Elemente die Spannung zwischen Zylinder und Kuppel, die selber in 28 Kassettenreihen gegliedert ist. Harmonie entsteht nach antikem Verständnis, wenn formale und numerische Gegensätze miteinander „verschränkt“ oder im modernen Sprachgebrauch „fusioniert“ werden: in diesem Falle numerisch: gerade und ungerade mit 7 und 8; Kreis und Quadrat im Bild der trapezförmigen Kassettenstufen. Sie dienen der Darstellung eines ganzzahligen astronomischen Zeitzyklus: nach dem julianischen Kalender fällt der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang nach 532 Jahren exakt wieder auf das gleiche Datum. Die Pantheonkuppel enthält 28 Gurte mit je 19 Kassettenstufen = 532 [33]. Der astronomische Bezug ist nicht zu übersehen. In der Rotunde des Herzogs zu Wolfenbüttel erscheinen die architektonischen Gliederungselemente Ädikula, Pilaster und Säulen ebenfalls, der Lichteinfall ist wegen der notwendigen Schließung des Daches über die Fenster der Zylinderwände geregelt, aber dafür erzeugt der überdimensionale Globus (d = 7,8 m) auf der Spitze des Daches entsprechende astronomische Assoziationen.
Das Pantheon als Gesamtraum wird gemäß seiner Konzeption durch das Opaion nicht „erleuchtet“, es findet keine Inszenierung des Lichtes statt wie bspw. später in der Hagia Sophia, lumen spiritualis, sondern das Licht selber wird im gebündelten Strahl objektiviert und instrumentalisiert: seine Bewegung und dessen Reflex auf Fußboden, Zylinderwand und Kuppelsegmenten sind ein Pendant zur Erdachsendrehung des Tages und die Wanderung der Erde um die Sonne auf der schiefen Ebene der Ekliptik. Die Rotation des lux naturalis demonstriert die Bewegungsabläufe des Planeten Erde. Konsequenterweise wird diese Sichtweise heliozentrisch und damit kopernikanisch, wenn man die antike Gnomontheorie anwendet. Bei der Sonnenuhr repräsentiert die Kugel auf der Spitze des Obelisken, der als Schattenstab fungiert, die ruhende Erde und der Schattenwurf wird als Reflex der Sonnenbewegung um die Erde angesehen. Im Pantheon aber ist im Opaion die Sonne als Herkunft des Lichtstrahls zur Darstellung gebracht. Die Mitte des Opaions repräsentiert damit den ruhenden Punkt des Gnomon- Ensembles und die Bewegung des Lichtflecks ist ein Reflex der Erdachsendrehung und Bahnwanderung der Erde und damit ist im Pantheon die antike heliozentrische Hypothese bereits zur Darstellung gebracht. Giordano Bruno wird es erkannt haben, als er in unmittelbarer Nachbarschaft bei den Dominikanern in S. Maria sopra Minerva seinen Studien nachging.
Nach diesem Befund der offiziellen Anerkennung des heliozentrischen Weltbildes wurde ein Raum gesucht, der geeignet war, durch wenige Eingriffe die empirische Festlegung der Äquinoktien und der Position des Polarsterns zum wahren Himmelspol als Voraussetzungen für eine langfristige Bestimmung des Osterdatums zu ermöglichen. Der heute noch durch Messmarken als planeben geprüfte Fußboden von S. Maria degli Angeli, den von Michelangelo zur Kirche umgerüsteten ehemaligen Diokletiansthermen, wurde von Francesco Bianchini 1702 als Basis für die Markierung einer heliozentrischen Mittagslinie und ein mit 16 Ellipsen angeordnetes Zeitschema für den Zyklus der Polarsternannäherung an den Himmelspol benutzt. Dabei wurde fast in gleicher Höhe wie beim Pantheon (Opaion zu Kuppelbasis = 22.039 = 7 x p m) auf dem Nord- Süd- Meridian ein Lichteinfallszylinder an der Südflanke der Thermenapsis in Höhe von  20,32 m und an der Nordapsis ein Peilkanal für den Polarstern in Höhe von 24,39 m durchbrochen[34]. Dieser für die Anvisierung des Polarsternes angebrachte Durchstich ist leider später bei einer Restauration durch Vanvitelli geschlossen worden. Um ihn damals sicher anpeilen zu können, hatte man an der Innen- und Außenseite des Durchbruchs Linsen angebracht, deren Vergrößerung und Lichtbündelung des Objekts Polarstern half, seinen Achspunkt mithilfe eines Diopters auf dem Fußboden zu fixieren [35]. Damit war es möglich, für einen großen Zeitraum die Abstände des Polarsternes zum geographischen Himmelspol zu bestimmen, um den Frühlingspunkt auf der Ekliptik festlegen zu können, die unabdingbare Voraussetzung für langfristige Berechnungen des Osterfestes.

Pantheon, Opaion mit Mond und Jupiter [B]

Dieses Polsterndiagramm  nimmt nicht viel mehr als 1–2 qm ein. Diese Fläche ist ebenfalls ausreichend in jenem vermauerten Südsegment der Kuppelbasis im Pantheon gegeben. Es genügte, das Opaion mit einem Fadenkreuz zentrieren, um mithilfe des Diopters dieselbe Anpeilungsmöglichkeit des Pols wie in S. Maria degli Angeli, herzustellen, da diese Flucht dem Breitengradwinkel Roms folgt. Damals wäre freilich nicht der Polarstern, sondern das mit dem Stier untergehende Siebengestirn, die  Plejaden, die Ähre, die Schwanzquaste des Tierkreiszeichens „Taurus“ in Polnähe zu entdecken gewesen – und damit auch die Tatsache, dass sie sich entfernt und am Horizont verschwindet, um am Firmament im Widder ein neues Zeitalter aufsteigen zu lassen. Es müsste sich lohnen, diesem Sachverhalt in der ehemaligen Alexandrinischen Bibliothek im Pantheon nachzugehen. Dies um so mehr, weil sich in der Wolfenbütteler Rotunde die heliozentrische und geozentrische Darstellung ebenso verschränken wie im Pantheon: Oberhalb des Dachkegels in Wolfenbüttel demonstriert der Sphären-Globus ( ca. d = 7,8 m) mit den Tierkreiszeichen auf der Banderole das moderne astronomische Weltbild des 18. Jh. nämlich das heliozentrische Weltbild des Kopernikus. Im mythologischen Deckengemälde der Rotunde darunter  reiht sich „helios“ unter die Planeten während „gaia“, die Erde, das Zentralgestirn besetzt; eine reaktive Reminiszenz des geozentrischen Weltbildes.

Das intellektuelle Produkt aus der Indifferenz der Entscheidung prägt daher einen „antik- fortschrittlichen“ Raum zum dauerhaften Angelpunkt bis in unsere Gegenwart. Der Globus des 18. Jh. dominiert die Indifferenz, der Abriss des 19. Jh. neutralisiert sie, der Impuls zur Widererrichtung im 20. Jh. aktualisiert das Thema eindringlich. Bereits im Pantheon aber kann diese Spannung nachgewiesen werden und sollte genauer untersucht werden.
 „Wenn alle Planeten wieder stehen wie zuvor, ist die Welt im Prinzip wieder so, wie sie damals war. Diese Zeit ist also schon der astronomischen Konstruktion nach zyklisch. Das nach der Zahl fortschreitende Vorschreiten der Zeit muss, wenn die Zeit wirklich ein Abbild der Ewigkeit sein will, ein Rückkehren sein [36].“  Wollte man die zyklischen Theoreme von Pythagoras und Platon empirisch überprüfen, brauchte man ein solches architektonisches Beobachtungsinstrument. Ohne Fernrohr und Spiegelteleskop ist die antike Architektur als mathematisches Instrument immer noch auf der Höhe der Zeit.

 


[1]Wegen des ungewöhnlich angenehmen Frühlingstages fand der erste Teil der Veranstaltung in der Vorhalle des Pantheons statt.

[2]  Pfr. Gert Sperling forscht seit ca. dreißig Jahren zum Thema Pantheon. In zahlreichen Aufsätzen ist er bekannt geworden. Sein größtes Werk ist das in 1999 im ars una Verlag München/Neuried  erschienene Buch: Das Pantheon in Rom – Abbild und Mass des Kosmos, in: Horrea – Beiträge zur römischen Kunst und Geschichte, Band 1, hg. v. H. Rosendorfer

[3]  Ab 19.55 h wird die automatische Alarmanlage eingeschaltet

[4]  Vgl. die zeichnerische Darstellung bei G. Sperling, l.c., S. 267 f.

[5]  Zit. nach W. Wischmeyer: Von Golgatha bis Ponte Molle, Göttingen,1992, S. 45

[6] Vgl. G. Sperling, l.c., Abb.113, S. 203

[7] Carl Zeiss /MF/ Distagon fish-eye 30 / 180° -zeichnet kurvenlineare Perspektive auf einem Kugelmantel

[8] Seitz 70 Panorama Camera für 360°, zeichnet kurvenlineare Perspektive auf einem Zylindermantel

[9]  Bei den Angaben handelt es sich um Extremwerte. Das Auge nimmt bei einem großen Bildwinkel von fast 180° nur noch Bewegungen wahr besonders aber schemenhaft Hell- Dunkelkontraste. Scharfes Sehen erfolgt lediglich in einem sehr kleinen Ausschnitt von max. 9°. Das aktive Sehfeld, so nennt man den Bereich, der sich gut mit einem Blick erfassen lässt, entspricht einem Bildwinkel von <40°. Ein Bild entsteht im Gehirn, es wird in „Augenblicken“ Sakkaden u.a. durch Bewegung der Augen aus Einzelinformationen und Erinnerungswerten zusammengebaut

[10]  Johann Heinrich Lambert 1728 – 1777, Anmerkungen und Zusätze zur Entwerfung der Land- und Himmelskarten §1, 1993-2001 MC, in meinem Text wurden die fünf länger ausgeführten Lambert´schen Forderungen auf Einzelbegriffe reduziert.

[11]ebd. Dieses würde nun ganz wohl angehen, wenn die Erdfläche eine ebene Fläche wäre. Sie ist aber eine Kugelfläche, und damit lässt sich nicht allen Bedingungen zugleich genüge leisten, sondern man muss sich eine oder einige davon besonders vorsetzen, wenn es sich lohnt, derselben vorzüglich Genüge zu leisten.

[12] Auf die an dieser Stelle notwendige aber aus Platzgründen zurückgestellte detaillierte Beschreibung von Sehgewohnheiten, statischer und dynamischer Perspektive wird verwiesen, z.B. Brockhaus 1908,  p 1044 Perspektive

[13]   unter „überproportional groß“ wird ein ungewöhnlich großer Ausschnitt aus der Sehkugel verstanden, der nötig ist um das Objekt ganzheitlich zu erfassen. Anm.d.Verf.

[14]  Wegen der allgemeingültigen nahezu regelmäßigen „Vorerfahrungen“ des Publikums bedienen sich seit der Renaissance Architekten und Städtebauer geringfügiger Abweichungen von diesen Normen, um gezielte räumliche Effekte zu erzielen. Eines der beliebten Mittel ist das Programm der divergenten bzw. konvergenten Gebäudestellungen, durch welche das perspektivische Raumempfinden verstärkt bzw. abgeschwächt wird. Als Schulbeispiel gilt die trapezförmige Stellung der Gebäude zueinander auf der Piazza des Kapitol zu Rom.

[15] Der Sonderfall der Azimutalprojektion wird in anderem Zusammenhang behandelt, siehe auch BDB - Beilage

[16]  Zentrum der Sehachse. Anm. d. Verf.

[17]  Mit „mathematisch exakter Vorlage“ wird hier die Aufnahme mithilfe der Camera obscura bezeichnet, die wie später der Fotoapparat ein genaues zentralperspektivisches Bild lieferte.  Die heute bekannte mathematisch algebraische Definition der Perspektive geht zurück auf den bereits anfangs zitierten Mathematiker Johann Heinrich Lambert, Freye Perspektive, Drell, Gessner, Füesslin, Zürich 1774.

[18] Der erste Überblick entspricht der mathematisch exakten Perspektive. Er verursacht zunächst für das Auge eine Irritation, nämlich die Vermutung, dass an den Bildrändern etwas nicht stimmt, weil die dortigen Körper zu schmal (gestaucht) erscheinen. Der Betrachter fühlt sich unbewusst aufgefordert, dieses zu überprüfen, bewegt seine Augen, betrachtet die Objekte am Rande genau und stellt befriedigt fest, dass diese richtig wiedergegeben sind. Dieser Effekt erzwingt Handlung vom Rezipienten. Er muss das Bild erarbeiten, aktiv sein, dynamisch sehen.

[19]Man beachte zum Verständnis des Vorgenannten Raffaels großartiges Fresko in der stanza di segnatura „Die Schule von Athen“. Der Meister malte am rechten Bildrand um den mit dem Zirkel  zur Tafel herabgebeugten Euklid (Bramante) die Gruppe der „Naturwissenschaftler“, sich selbst und vor ihm Zoroaster und Ptolemäus. Letztere tragen als Zeichen ihrer Bedeutung je eine Kugel, kreisförmig dargestellt, Himmels- und Erdglobus. Das Fresco macht den Darstellungskonflikt deutlich zwischen der Architektur mit geraden Tiefenlinien und folglich großen Randverzerrungen, und eingebauten orthogonal dargestellten Personengruppen. Die geschickte Wahl des Raumes, eine Art quergerichtete Bühne ist in die Tiefe erweitert durch ein römisch thermenartiges Langhaus, unterbrochen durch einen Kuppelraum. Eingeleitet wird die Halle durch eine Art Triumphbogen. Aus dieser räumlichen Tiefe kommen scheinbar die Figurengruppen, die sich um Plato und Aristoteles scharen. Ein insgesamt äußerst geschickt komponiertes Bild. Perspektivisch richtig und gleichzeitig überall falsch. Das Bild eine Erzählung, der Betrachter liest diese mittels Bewegung der Augen und durch Veränderung seiner Position, weil er in kurzer Entfernung sich am Fresko entlang bewegt. Die besonders perspektivisch kritischen Randzonen der Architektur, hier der Fußboden im Vordergrund ist in den unteren Ecken rechts und links verdeckt, daher wird der Widerspruch in der Darstellung nicht auffällig.

[20] In der EDV- Bildbearbeitung lassen sich derartige Vorgänge nach Prozenten stufenlos regulieren.

[21]  Eine ausführliche Beschreibung dieser Arbeit erfolgte in einer BDB-Sondernummer zum Hamburger Architektursommer 1997. Die Abbildungen in den Veröffentlichungen erfolgten in einer Größe von max. A4, was für ein gutes Rezeptionsverhältnis eher als untere Grenze bezeichnet werden muss.

[22]  Die tatsächlich vorhandene leichte Krümmung von einem römischen  Fuß Höhe ist für diese Erläuterung nicht von Belang.

[23] Eine erste Entwurfszeichnung vom 06.05.1986, siehe Anfang des Essays, geht aus von einer Aufnahmeposition genau gegenüber dem Hauptaltar, oberhalb des Eingangstores. Für den gerasterten Fußboden bedeutet dieses, dass man die Linien nur auf einen Fluchtpunkt (Hauptpunktperspektive) hätte ausrichten müssen, die anderen Streifen liegen parallel zur Bildebene.

[24] Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Gert Sperling, für dessen Korrektur meines Textes aus profunder Kenntnis und präziser jahrelanger Vorarbeit zu den römischen Verhältnissen ich zu Dank verpflichtet bin. Des weiteren gebührt der Dank der Grundlagenforschung von Lambert Rosenbusch, dessen Koordinaten- System- Fotos die gesamte Pantheon- Graphik- Rezeption neu vermessen hat.

[25] Alfred Lichtwarck, Reisebericht 1907, Hellmut Saucke-Verlag, Wienhausen/Celle 2000, umschreibt die Atmosphäre in der Bibliothek als „Basilika-Licht“.

[26]Cf. Friedrich Matthisson in: Wolfenbütteler Beiträge 1/1972 (Erinnerungen Bd.1, Zürich 1910)

Paul Raabe, l.c.

[27] Einen Überblick gibt G. Sperling im vorerwähnten Band „Das Pantheon in Rom, Abbild und Maß des Kosmos“, der auf der Basis der neuen Vermessung die Konzeptionsfrage zu lösen versucht. Mit G. Gruben (Starnberg) und L. Haselberger (Philadelphia) ist sich die neuere Forschung darüber einig, dass die Analyse von Pelletti und Martines die Plattform für alle weiteren Interpretationen zu bilden haben: Marco Pelletti, Note al rilievo del Pantheon, in: Quaderni dell’Istituto di Storie dell’Architettura, Fasc. 13, Roma 1989, S. 10 ff.; Giangiacomo Martines, Argomenti di geometria antica a proposito della cupola del Pantheon, ebd. S. 3 ff

[28]Kjeld de Fine Licht, The Rotunda in Rome, Copenhagen 1968

[29]Prof. Dr. Friedrich Rakob, Deutsches Archäologisches Institut, Rom

[30]Eine gute Übersicht bietet: E. Heinle, J. Schleich: Kuppeln aller Zeiten – aller Kulturen, Stuttgart 1996

[31] Manfred Sack, Bauherrenkultur, Vortrag vor dem BDA Hamburg 1999

[32]Cf. G. Sperling, l.c., S. 259 ff; wegen der Beteiligung von Ö2 kann das natürlich nur approximativ geschehen.

[33]Cf. H. Lichtenberg e.a., Die Struktur des Gregorianischen Kalenders anhand einer Verallgemeinerung der Gaußschen Osterformel dargestellt, in: Sterne und Weltall, Zeitschrift für Astronomie des Max-Planck-Instituts Heidelberg, 37, Nr. 4, S. 328 ff; s.a. G. Sperling, l.c., S. 233 ff bezüglich der Zyklendarstellung im Pantheon.

[34]A. Schiavo, La Meridiana di S. Maria degli Angeli, Roma 1993, S. 67

[35] Schiavo, l.c., S. 99 ff.

[36] C.F. v. Weizsäcker in: Lichtenberg, l.c., S. 341